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Silke Ospelkaus-Schwarzer erhält ERC Consolidator Grant

Silke Ospelkaus-Schwarzer erhält ERC Consolidator Grant

Millionen-Förderung für die Erforschung komplexer Quantensysteme bei ultrakalten Temperaturen

Die ERC-Grants des Europäischen Forschungsrats gehören zu den renommiertesten Förderprogrammen Europas. Drei Förderlinien zeichnen individuelle Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher in verschiedenen Karrierephasen aus. Prof. Silke Ospelkaus-Schwarzer erhält für ihr Vorhaben TriTraMo in diesem Jahr eine mit bis zu 2 Millionen Euro dotierte Förderung mit dem ERC Consolidator Grant zur Stärkung der eigenen, unabhängigen Arbeitsgruppe. Silke Ospelkaus-Schwarzer leistet mit ihrer Forschung wertvolle Beiträge zum Exzellenzcluster QuantumFrontiers und zum Sonderforschungsbereich DQ-mat.

Mit ihrer Arbeitsgruppe forscht sie an einer der größten Herausforderungen moderner Atom- und Molekülphysik – der Präparation und Kontrolle immer komplexerer physikalischer Systeme in allen quantenmechanischen Freiheitsgraden. Diese Kontrolle wird zumeist erreicht, indem physikalische Systeme bei Temperaturen nahe dem absoluten Temperaturnullpunkt präpariert werden. Ausgehend von der präzisen Kontrolle atomarer Systeme konnten vor rund zehn Jahren erstmalig zweiatomige Moleküle bei ultrakalten Temperaturen präpariert und kontrolliert werden.

Ziel des geförderten Projekts TriTraMo (Trimers, tetramers and molecular Bose-Einstein-Condensates) ist es, den nächsten Meilenstein auf dem Weg zu immer komplexeren Quantensystemen bei ultrakalten Temperaturen zu realisieren. Durch Präzisionskontrolle von Stößen zweiatomiger Moleküle werden diese weiter abgekühlt. Sofern erfolgreich, kann so ein sogenanntes Bose-Einstein-Kondensat aus Molekülen hergestellt werden mit dem aufgrund der dipolaren Wechselwirkung zwischen den Molekülen neue Quantenphasen entdeckt und untersucht werden können. Weiterhin werden Stoßprozesse und Licht genutzt, um aus zweiatomigen Molekülen kontrolliert kleine polyatomare Moleküle – Trimere und Tetramere – herzustellen, zu kontrollieren und ein genaues Verständnis ihrer Eigenschaften zu entwickeln. Das System erlaubt bisher nicht mögliche Einblicke in den Aufbau einfacher molekularer Systeme.