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Wissenschaftsrat empfiehlt den Bau eines neuen Forschungsinstituts für Quantentechnologien in Hannover

Hannover Institut für Technologie erhält exzellente Bewertung

Montag, 11. Juli 2011. Der Wissenschaftsrat hat heute den Bau eines neuen Forschungsinstituts an der Leibniz Universität Hannover empfohlen. Aus 31 nationalen Anträgen für Forschungsneubauten hat der Wissenschaftsrat das vorgelegte Konzept für das Hannover Institut für Technologie in allen Kategorien als herausragend eingestuft und als zukunftsweisende Forschungseinrichtung bewertet. Mit dem Institut plant die Leibniz Universität Hannover ein  themenübergreifendes Forschungszentrum für Quantentechnologien, unter Beteiligung der Fachgebiete Physik, Geodäsie und Ingenieurswissenschaften. Der rund 29,5 Millionen Euro teure Forschungsbau ist für eine Mitarbeiteranzahl von 100 bis 120 Personen ausgelegt und soll in einer vierjährigen Bauzeit von 2012 bis 2015 realisiert werden.

„Wir sind natürlich hoch erfreut über die heutige Entscheidung des Wissenschaftsrates“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover. „Mit dieser Empfehlung für einen Forschungsneubau sind wir einen deutlichen Schritt weiter in unserem Bemühen, nicht nur die Leibniz Universität Hannover, sondern auch den gesamten Forschungsstandort Hannover auf den Forschungsgebieten der Quantenphysik, optischen Technologien und Geodäsie auf internationalem Spitzenniveau zu etablieren“, so Barke weiter.

Durch das Hannover Institut für Technologie, kurz HITec, soll am Standort Hannover eine zukunftsweisende Forschungsinfrastruktur entstehen, die erstmalig in der europäischen Forschungslandschaft Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Technologieentwicklung auf dem Gebiet der Quantenphysik und Geodäsie unter einem Dach vereint.

Das Hauptziel ist die Entwicklung zukunftsweisender, hochpräziser Messtechnologien und hieraus abgeleiteter Quantensensoren. Im HITec wird die dafür notwendige Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Quantenforschung vorangetrieben, um so maßgeschneiderte Geräte  für den Einsatz im Labor, Feldeinsatz oder Weltraum zu realisieren. Die Forschungsarbeiten umfassen die Entwicklung, Erprobung und Herstellung solcher Sensorsysteme, die in der Grundlagenphysik, der Erdmessung und Erdbeobachtung sowie der Präzisionsmetrologie zum Einsatz kommen werden.

Das HITec kann auf eine hervorragende Expertise in den Bereichen Quantenoptik, Atomoptik, Laserphysik und Geodäsie an der Leibniz Universität aufbauen. Durch den Exzellenzcluster QUEST (Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research) konnten maßgebliche Vorarbeiten erfolgreich umgesetzt und so die Basis für das HITec-Forschungsprogramm geschaffen werden.

Die Entwicklung und der Test hochgenauer Quantensensoren erfordern besondere Laborbedingungen und in seiner Ausstattung wird das HITec die hohen Anforderungen einer  anspruchsvollen Infrastruktur erfüllen. „Die Labore, Testumgebungen und die drei vorgesehenen Großgeräte des Instituts gibt es in dieser Qualität und Bündelung weder an deutschen noch an internationalen Forschungsinstitutionen“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Ertmer, Physiker am Institut für Quantenoptik und Koordinator des Exzellenzclusters QUEST.

Der Forschungsbau soll über ein Messdach verfügen, auf dem Freistrahl-Laserverbindungen betrieben werden können und welches eine direkte Sicht auf Satelliten ermöglicht. Zusätzlich ist der Einsatz von drei Großgeräten geplant, die in ihrer Kombination weltweit einmalig sind. Das wohl auffälligste Merkmal wird der so genannte Freifallsimulator sein. Eine Einrichtung, an der Experimente mit hoher Wiederholrate unter Bedingungen der Schwerelosigkeit durchgeführt werden können. Eine weitere Besonderheit stellt eine Anlage dar, die eine Entwicklung und Herstellung von Glasfasern, beispielsweise für weltraumtaugliche Anwendungen, ermöglicht. Das dritte geplante Großgerät ist eine so genannte Atomfontäne (Very Large Baseline Atom Interferometer, VLBAI), mit dessen Hilfe hochpräzise Messtechnologien auf Basis von Materiewellen erforscht, getestet und entwickelt werden sollen.

Im HITec werden grundlegende Fragestellungen der Physik untersucht, wie zum Beispiel „Sind die Naturkonstanten wirklich konstant?“ Im  Bereich der Erdbeobachtung sollen konkrete Fragestellungen wie beispielsweise nach dem Eismassenverlust durch die Klimaerwärmung bearbeitet werden. Die Beantwortung solcher und weiterer Fragen setzt neuartige und hochpräzise Messtechnologien voraus, die im HITec entwickelt werden sollen.

Als wichtigste Kooperationspartner, die unmittelbar an der Forschungsprogrammatik des HITec beteiligt sind, zählen die  Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Albert-Einstein-Institut (AEI), sowie das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM).

Das Baukonzept des HITec sieht auch die Nutzung eines bereits bestehenden Gebäudes der Leibniz Universität vor. Das derzeit von Arbeitsgruppen des Instituts für Gravitationsphysik genutztes Gebäude soll modernisiert und mit dem Neubau verbunden werden. Die anspruchsvollen Laborbedingungen mit den hohen Qualitätsanforderungen sollen in einem im Neubau realisiert werden.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Ude Cieluch, Quest Kommunikation, unter Telefon +49 511 762 17481 oder per E-Mail unter ude.cieluchquest.uni-hannover.de gern zur Verfügung.